Stahl 316l Piercing Materialkunde

Chirurgenstahl 316L, Piercingschmuck aus Edelstahl - Das Material.

Piercings aus Edelstahl (Chirurgenstahl 316 L Piercing) sind wohl weltweit am bekanntesten. Edelstahl ist ein hochglänzendes Metall. Es lässt sich sehr gut polieren. Nachdem die EU 1994 ein Gesetz herausbrachte, in dem beschlossen wurde, dass Chirurgenstahl 316 L mit hohem Nickelanteil nicht mehr für neue Piercings eingesetzt werden durfte, wurde dieser für viele unattraktiv. Dieser Wert wurde oft überschritten. Chirurgenstahl 316 L enthält 10 bis 14 Prozent des allergieauslösenden Nickels. Dieses ist jedoch fest im Material eingeschlossen und der Anteil an freigesetztem Nickel liegt unterhalb der vorgeschriebenen Grenzwerte. Daraufhin beschloss die EU-Kommission am 27.9.2004 ein Gesetz die Richtlinie 94/27/EG der EU, Chirurgenstahl 316 L für den Ersteinsatz wieder zuzulassen. Das Gesetz besagt, dass Stahl-Piercingschmuck zulässig ist, wenn nicht mehr als 0,2 µg/cm2/Woche an Nickel freigegeben wird, unabhängig der Gesamtmasse von Nickel. Auch ist man der Meinung, dass sich die praktizierenden Chirurgen doch nicht täuschen können. Somit ist es auch als Piercingschmuck wieder interessant und wird auch gerne wieder verwendet.
 
Die Geschichte des Chirurgenstahls 316 L. Als Chirurgenstahl 316 L oder auch Edelstahl bezeichnet man legierte und unlegierte Stähle mit besonderem Reinheitsgrad. Vor Beginn des 19. Jahrhunderts fand man heraus, dass Rohstahl in Verbindung mit Nickel und Chrom besser vor Rost geschützt werden konnte. Da Chirurgenstahl 316 L ein sehr glänzendes Material ist, wird er u. a. für Gebrauchsgegenstände wie Besteck, aber auch in der Architektur genutzt. Besonders in der Medizin wird er für chirurgische Instrumente und zur Fixierung von Knochen mit Schrauben oder Platten benötigt