Piercing Geschichte

Piercing Geschichte - Wo kommen Piercings eigentlich her?

Die Anbringung von Schmuckstücken in der Haut gehört, wie das Tätowieren, zu den ältesten Formen des Körperschmuckes. Die frühen Menschen haben sich damit von den primitiveren Lebensformen abgegrenzt und diese Bräuche in Ihrer Kultur verankert. Man verzierte seinen Körper mit farbigen Symbolen und Mustern die in die Haut gestochen wurden oder mit Schmucknarben. In der weiteren Entwicklung wurden verschiedenste Formen aus Elfenbein, Horn, Knochen, Muscheln, etc. als Piercingschmuck in und unter die Haut gesetzt. Bereits seit Jahrtausenden wird diese Verletzung diverser Körperstellen, teilweise gar Selbstverstümmelung genannt, bei verschiedenen Kulturen und ethnischen Gruppen praktiziert. Ob es um spirituelle Rituale, die symbolische Darstellung eines Prozesses der geistigen oder körperlichen Veränderung, ein familiäres Ereignis oder die Abgrenzung anderen Völkerstämmen gegenüber ging, auch der Körper sollte geschmückt werden, auch heute ist das Hauptziel des Piercens den Körper zu schmücken. Die alten Mayas praktizierten eine Zungenbohrung als Zeichen der Unterwerfung an die Götter. Die Eskimos trieben sich aus rituellen Motiven Walfischknochenscheiben in ihre Wangen. Indische Frauen setzen sich auch heute noch Schmuck, vorwiegend in den linken Nasenflügel, ein mit dem Glauben es würde die Geburt vereinfachen. Die afrikanischen Frauen im Tschad steckten sich einen Aluminiumstab durch die obere Ohrmuschel, was den bösen Geistern den Zugang verwehren sollte. Frauen vom Mursi-Stamm in Äthiopien weiten auch heute noch ihre Lippen zu "Tellerlippen" aus, weil sie dadurch ein größeres Ansehen genießen. Ebenso stachen die Azteken sich Pflöcke in die Ohren um ihre gesellschaftliche Stellung zu kennzeichnen. Auch die alten Ägypter trugen schon Bauchnabelringe um dadurch ihre adelige Abstammung zu kennzeichnen. Römische Centurios schmückten sich mit Brustwarzenringen um ihren Mut und ihre Männlichkeit zu beweisen. Die Funktion des Durchstechens der Haut und verschiedener Körperteile war also weit mehr als das Primärziel der meisten Piercing-Träger heutzutage - den Körper zu schmücken und das persönliche Schönheitsideal aufzuwerten. Dadurch sind Piercings auch gesellschaftsfähig geworden und manche sogar zum Modetrend. 

Piercing Herz, Lebensbaum, Fakes, Bauchpiercings

Auch schon im Altertum und der Neuzeit gab es Piercing. Punks traten im Jahr 1975 in London in ihrem Mülltonnen-Outfit in Erscheinung. Sicherheitsnadeln durch die Nase, die Augenbraue die Wange oder durch andere Körperstellen dienten als Piercingschmuck. Ihre Botschaft war Rebellion gegen jegliche gesellschaftlichen Werte. Durch ihr reizendes Outfit wollten Sie eine neue Definition von Schönheit und Hässlichkeit schaffen. In Los Angeles wurden ungefähr zur gleichen Zeit die Modern Primitives gegründet die der Sado-Maso-Szene entstammen. Einer der Gründer, Fakir Musafar, der sich für die Wiedergeburt eines indianischen Kriegers hielt quälte sich mit Piercing-Ritualen, die Körper und Geist voneinander trennen sollten. Ein anderer Gründer meint, das Wissen der Naturvölker in Bezug auf den Körper angewandt werden sollte. Ähnlich sehen es die Fetischisten. Der Körper soll durch verschiedene Praktiken sowie Selbstverstümmelungsakte in andere Dimensionen gelangen. Heutzutage sind Intimpiercings in Mode. Vielen Trägern geht es um zusätzliche Sexuelle Reize die durchdas Piercing entstehen können. Es gibt reichlich Stellen an denen man sich Intim Piercen lassen kann.